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Die Stadtmaus und die Landmaus

Eine Landmaus lebt ein bescheidenes, aber zufriedenes Leben. Sie sammelt jeden Tag vom Feld Körner, damit sie genug Vorräte hat. Manchmal, wenn sie sich traut, schleicht sie sich in einen nahegelegenen Garten. Hier findet sie immer besondere Leckereien: Käserinden, getrocknete Kirschkerne, Kuchen- und Brotkrumen. Eben alles, was die Menschen den Vögeln hinwerfen.

Eines Tages besucht ihre Cousine die Landmaus: die Stadtmaus. Die Landmaus ist ganz verzückt und freut sich, ihre gute Freundin bei sich zu haben. Daher tischt sie ihr auch alle Leckereien, die sie finden konnte, nur zu gerne auf. Doch für die Stadtmaus, die von ihrem Leben in der Stadt allzu verwöhnt ist, sind diese Speisen zu kümmerlich.

Da kommt ihr eine Idee. Sie lädt die Landmaus zu sich nach Hause ein, damit diese einmal das schöne Stadtleben und seine Vorzüge kennenlerne. Die Landmaus willigt nach reichlicher Überlegung ein und gemeinsam machen sie sich auf den Weg.

Die Reise in die Stadt ist lang und gefährlich. Und als die Stadtmaus und die Landmaus die Stadt endlich erreichen, müssen sie sich vorsichtig durch die Straßen schleichen, um nicht den Menschen und Katzen in die Falle zu gehen.

Als die beiden im Haus der Stadtmaus ankommen, zittert die Landmaus am ganzen Körper. Der Trubel und die Gefahren sind ihr doch zu viel. Sie möchte am liebsten gleich wieder zurück in ihr trautes Heim auf dem Land. Doch die Stadtmaus beruhigt ihre Cousine. Sie führt die Landmaus in einen großen Saal, indem ein Tisch voll mit herrlichen Speisen steht. Die Stadtmaus schwärmt von den Leckerbissen und sagt, dass sie sich sogar aussuchen können, was sie essen möchten.

Als die beiden Mäuse gerade dabei sind, eine Auswahl an Leckereien zusammenzustellen, kommt eine große, getigerte Katze durch die Zimmertür gesprungen.

Von dem Anblick der großen Katze überrascht, rasen sie schnurstracks Richtung Mauseloch und können gerade noch den scharfen Katzenkrallen entkommen.

Die Landmaus ist nach dem ganzen Trubel sichtlich mitgenommen. Die Stadtmaus aber ist ganz gelassen und meint, dass so ein bisschen Aufregung das Stadtleben erst spannend und lebenswert mache. Für die Landmaus aber ist das alles zu viel. Sie will zurück in ihr bodenständiges, wenn auch langweiliges Leben. Denn diese Aufregung und Gefahren halte sie nicht aus.

Als die Luft wieder ‘rein ist, macht sie sich zurück auf den Weg in ihr trautes Landleben.

Die Moral der Geschichte
Man muss nicht reich sein, um glücklich zu sein. Denn was nützen Reichtum und Überfluss unter großen Sorgen.

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