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Däumelinchen

„Däumelinchen“ ist ein Märchen von Hans Christian Andersen.

Das Märchen

Es war einmal eine Frau, die sich ein kleines Kind wünschte. Daher ging sie zu einer alten Hexe und bat diese um Hilfe. Die Hexe gab der Frau ein Gerstenkorn, aus dem eine prächtige Blume wuchs.

Eines Tages küsst die Frau die roten und gelben Blätter der Blume, die wie eine Tulpe aussieht. Da gibt es einen lauten Knall und die Blüte öffnet sich. In der Blüte sitzt ein winzig kleines Mädchen, ganz zierlich und zart, nicht größer als ein Daumen. Daher nennt sie sie „Däumelinchen“:

Als Bettchen erhält Däumelinchen eine Walnussschale, als Matratze blaue Veilchenblätter und als Bettdecke ein Rosenblatt, worin sie in der Nacht schläft. Am Tage spielt Däumelinchen auf einem See, der sich in einem Teller befindet. Ihr Schiffchen ist ein großes Tulpenblatt.

Eines Nachts, als Däumelinchen schläft, wird sie von einer Kröte mit samt ihres Walnussbettchens entführt, da sie die Frau ihres Sohnes werden solle. Die beiden Kröten setzen Däumelinchen in ihrem Walnussbett auf ein Seerosenblatt im Bach, damit sie nicht weglaufen kann. Die Kröten richten derweil das neue Heim für Däumelinchen ein.

Als Däumelinchen am nächsten Morgen erwacht und feststellt, dass sie von dem Seerosenblatt nicht wegkommt und zudem die Frau des Krötensohns werden soll, fängt sie bitterlich an zu weinen. Das bekommen auch die kleine Fische des Bachs mit und retten Däumelinchen. Sie nagen den Stängel von Däumelinchens Seerosenblatt ab und Däumelinchen treibt auf dem Seerosenblatt weit fort.

Auf ihrer Reise trifft Däumelinchen auf einen Schmetterling, den sie an ihr Seerosenblatt bindet und auch einen Maikäfer, der sie zunächst für sich haben will. Da aber die Maikäferfräulein finden, dass Däumelinchen hässlich sei, lässt er sie wieder frei.

Den ganzen Sommer hindurch lebt Däumelinchen allein in dem großen Wald. Aber es geht ihr gut: Sie hat ein Bettchen aus Grashalmen unter einem Klettenblatte, um vor Regen geschützt zu sein; sie genießt den Blütennektar, trinkt den Morgentau und genießt den Sonnenschein.

Doch als der Winter kommt, ist sie immer noch allein und da ihre Kleider mittlerweile dünn und löchrig sind, muss sie bitterlich frieren. Daher macht sie sich auf den Weg, einen anderen Unterschlupf zu suchen und trifft auf das Heim einer lieben Feldmaus. Die gutmütige Feldmaus nimmt Däumelinchen bei sich auf. Dafür muss Däumelinchen das Heim der Feldmaus sauber halten und schöne Geschichten erzählen. Doch das macht Däumelinchen nichts aus und es geht ihr gut bei der Feldmaus.

Der Nachbar der Feldmaus, der Maulwurf, kommt die beiden regelmäßig besuchen. Da dieser nicht gut sehen kann, muss Däumelinchen ihm die schönsten Geschichten erzählen. Daraufhin verliebt sich der Maulwurf in Däumelinchen.

Däumelinchen und die Feldmaus dürfen in den Gängen, die der Maulwurf gegraben hat, spazieren gehen. Doch in einem der Gänge finden sie eine tote Schwalbe, die aufgrund der Kälte wohl erfroren ist. Da wird Däumelinchen sehr traurig. Heimlich schleicht sie sich zu der Schwalbe, um sie zuzudecken. Doch der Vogel lebt! Daraufhin pflegt Däumelinchen die Schwalbe den ganzen Winter über wieder gesund. Zum Dank bietet die Schwalbe Däumelinchen an, sie in die wärmeren Länder mitzunehmen. Aber Däumelinchen möchte die Feldmaus nicht enttäuschen und lehnt ab.

Im Frühling hält der Maulwurf schließlich im Däumelinchens Hand an. Doch Däumelinchen möchte nicht unter der Erde wohnen und schon gar nicht die Frau eines Maulwurfs werden, der die Schönheit und das Leben der Erde über ihr nicht erkennen kann. Und Däumelinchen vermisst die Welt über der Erde: die Sonne, die Vögel, die Blumen. Die Feldmaus redet ihr aber gut zu und weil Däumelinchen zu gutmütig ist und die Feldmaus nicht enttäuschen möchte, bleibt es bei dem Vorhaben.

Als im Herbst schließlich die Hochzeit stattfinden soll, trifft Däumelinchen noch einmal auf die Schwalbe, die sie im letzten Winter gesund gepflegt hat. Wieder bietet die Schwalbe ihr an, dass sie doch gemeinsam in die wärmeren Länder fliegen können. Däumelinchen willigt ein und gemeinsam fliegen sie in wärmere Gefilde.

Als Däumelinchen endlich die Sonne, die Tiere und die Blumen wiedersehen kann, ist sie hoch erfreut und glücklich. Und als sie im Nest der Schwalbe sitzt und nach unten schaut, um die wunderschönen Blumen zu betrachten, da entdeckt sie einen kleinen, wunderschönen Prinzen, der in einer Blume sitzt. Er ist genauso klein und zierlich wie Däumelinchen. Doch im Gegensatz zu Däumelinchen besitzt er ein Paar Flügel, mit denen er durch die Luft fliegen kann. Und da sieht sie, dass in jeder Blume ein solch kleines Wesen wohnt.

Auch der Prinz erblickt Däumelinchen und ist ganz verzückt von ihr. Er hält um Däumelinchens Hand an und Däumelinchen willigt glücklich ein. Und um das Glück perfekt zu machen, bekommt sie als Hochzeitsgeschenk von den übrigen kleinen Blumenbewohnern ein Paar Flügel geschenkt. Nun kann auch Däumelinchen herumfliegen.

Schließlich findet der Prinz, dass der Name „Däumelinchen“ kein passender für eine so schöne Frau sei. Daraufhin gibt er ihr einen neuen Namen und von da an lebt sie als „Maja“ ihr schönes, neues Leben.

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