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Der Wolf und die sieben Geißlein

„Der Wolf und die sieben Geißlein“ ist ein Märchen der Gebrüder Grimm und in der Sammlung der Kinder- und Hausmärchen zu finden.

Das Märchen

Es war einmal eine Geiß, die mit ihren sieben jungen Geißlein in einem gemütlichen Haus im Wald lebte und ihre Kinder von ganzem Herzen liebte.

Eines Tages möchte die Geiß in den Wald gehen, um Nahrung zu sammeln. Da sie ihre Kinder in der Zeit allein zu Hause lassen muss, warnt sie sie eindringlich, niemandem die Türe zu öffnen, außer sie, ihre Mutter, sei es, die vor der Türe stehe. Denn auch der große böse Wolf lebe in dem Wald und ließe keine Chance ungenutzt, um an ein leckeres Festmahl zu kommen. Die kleinen Geißlein versprechen ihrer Mutter, artig und achtsam zu sein, sodass sich die Geiß auf den Weg in den Wald macht.

Natürlich hat der Wolf mitbekommen, dass die Geiß ihre sieben jungen Geißlein allein zu Hause zurückgelassen hat. Er wittert eine günstige Gelegenheit und macht sich auf zum Haus der Geißlein. Am Haus angekommen, klopft er mit seiner großen schwarzen Pfote an die Türe und bittet um Einlass. Dabei gaukelt er den Geißlein vor, dass er die Mutter der Geißlein sei, die aus dem Wald zurückgekehrt sei. Doch die Geißlein sind nicht dumm. Sie hören an der rauen Stimme des Wolfes, dass es nicht ihre Mutter, sondern der Wolf selbst ist.

Daraufhin geht der Wolf zu einem Krämer und holt sich ein großes Stück Kreide, das er isst. Nun klingt seine Stimme genauso lieblich, wie die der alten Geiß. Wieder versucht er sein Glück, geht zum Haus der sieben Geißlein und klopft mit seiner Pfote an die Türe. Nun spielt er mit seiner lieblichen Stimme die Mutter Geiß und bittet darum, ins Haus gelassen zu werden. Dabei hatte er jedoch seine große schwarze Pfote in das Fenster gelegt. Das haben die jungen Geißlein bemerkt und wieder schicken sie den Wolf fort.

Doch der Wolf gibt nicht auf. Er läuft zum Bäcker und trägt ihm auf, die Pfote mit Teig zu bestreichen. Danach läuft der Wolf weiter zum Müller, von dem er verlangt, dass er weißes Mehl über die Pfote streichen solle. Der Müller jedoch bemerkt, dass der Wolf etwas im Schilde führt, und weigert sich zunächst. Doch als der Wolf ihm droht, dass er ihn auffressen werde, bestreicht er die Pfote des Wolfes mit Mehl.

Nun geht der Wolf zum dritten Mal zu der Türe der Geißlein und bittet um Einlass. Die jungen Geißlein jedoch sind auf der Hut und wollen als Beweis, dass es sich tatsächlich um ihre Mutter handle, die Pfote sehen. Als sie sehen, dass diese weiß ist, glauben sie, dass ihre Mutter heimgekommen ist, und öffnen die Türe. Doch als sie die Türe öffnen, was sehen sie da? Den großen bösen Wolf!

Sofort versuchen alle sich in Windeseile zu verstecken. Doch der Wolf findet sie und frisst eines nach dem anderen. Nun das jüngste Geißlein, das findet er nicht. Das hat sich nämlich im Uhrenkasten versteckt.

Nachdem der Wolf die Geißlein gefressen hat, geht er nach draußen, legt sich auf der grünen Wiese unter einen Baum und schläft ein.

Nicht lange danach kommt die alte Geiß nach Hause. Doch was muss erblicken? Die Haustüre steht sperrangelweit offen, die Möbel sind umgekippt und Kissen und Decken aus den Betten gezogen. Sofort beginnt sie, ihre Kinder zu suchen. Aber vergeblich. Sie ruft die Namen der Geißlein und erst, als sie beim Namen des jüngsten angekommen ist, hört sie eine feine Stimme. Das jüngste Geißlein sagt der Mutter, dass es sich im Uhrenkasten versteckt habe und allein nicht mehr herauskäme. Die Mutter holt es heraus und das kleine Geißlein erzählt der Mutter, was geschehen sei. Da wird die alte Geiß sehr traurig und fängt an zu weinen. In ihrem Kummer geht sie nach draußen zu der grünen Wiese.

Da sieht sie den Wolf. Und als sie ihn genauer betrachtet, bemerkt sie ein Zappeln im angefüllten Bauch des Wolfes. Sie beginnt zu hoffen, dass ihre sechs anderen Kinder noch leben. Mit einer Schere schneidet sie dem Wolf den Bauch auf. Und tatsächlich: ein Geißlein nach dem anderen springt aus dem Bauch des Wolfes heraus. Alle sind glücklich und froh, noch am Leben zu sein. Die alte Geiß befiehlt daraufhin ihren Kindern, Wackersteine zu holen, um damit den Bauch des Wolfes zu befüllen. Dann näht die Geiß den Bauch in aller Eile wieder zu, ohne, dass der Wolf etwas bemerkte.

Als der Wolf wieder aufwacht, bemerkte er, dass er großen Durst hat. Er macht sich daher auf den Weg zum Brunnen. Dabei rumpelt und pumpelt es im Bauch, worüber der Wolf sich wundert. Als er zum Brunnen kommt, beugt er sich über das Wasser, um zu trinken. Doch als er sich nach vorne beugt, ziehen ihn die schweren Steine hinein in den Brunnen. Der Wolf ertrinkt.

Die sieben Geißlein und ihre Mutter freuen sich und tanzen glücklich um den Brunnen herum.

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