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Frau Holle

„Frau Holle“ ist ein Märchen der Gebrüder Grimm und in der Sammlung der Kinder- und Hausmärchen zu finden.

Das Märchen

Es war einmal eine Witwe, die hatte zwei Töchter. Davon war die eine Tochter schön und fleißig, die andere hässlich und faul. Doch die Frau liebte die faule Tochter viel mehr, da sie ihre leibliche Tochter war. Die fleißige Tochter musste daher tagaus, tagein die ganze Hausarbeit machen. Sie musste sich jeden Tag an den großen Brunnen an der Straße setzen und so viel spinnen, bis ihre Hände ganz blutig waren.

Eines Tages hat sie so viel gesponnen, dass auch die Spule mit Blut übersät ist. Als das Mädchen versucht, die Spule im Brunnen abzuwaschen, passiert das Missgeschick: die Spule fällt in den tiefen Brunnen. Daraufhin fängt das Mädchen an zu weinen, läuft zu ihrer Stiefmutter und erzählt ihr von dem Unglück. Doch die Stiefmutter schimpft mit dem Mädchen und fordert von ihr, dass sie die Spule wieder heraufholen möge.

Das Mädchen geht in ihrer Verzweiflung zum Brunnen zurück. Und in seiner Herzensangst springt es in den Brunnen hinein, um die Spule wieder heraufzuholen.

Auf einmal befindet sich das Mädchen auf einer großen schönen Wiese mit tausenden Blumen, wo die Sonne scheint. Das Mädchen macht sich auf den Weg, die Gegend zu erkunden. Auf ihrem Weg kommt es an einem Backofen vorbei, der voller Brot ist. Das Brot bittet das Mädchen um Hilfe und das Mädchen tut dem Brot den Gefallen. Dann geht das Mädchen weiter und kommt zu einem Apfelbaum, der voller Äpfel ist. Auch das Bäumchen bittet um Hilfe und das Mädchen hilft ihm.

Schließlich kommt es zu einem Haus, aus dem eine alte Frau herausguckt. Doch das Mädchen fürchtet sich vor der Frau. Die alte Frau redet ihr gut zu, dass es keine Angst zu haben brauche. Sie sei Frau Holle. Wenn das Mädchen ihr helfe, so werde es ihr gut gehen. Das Mädchen willigt schließlich ein und begibt sich in den Dienst von Frau Holle.

Das Mädchen erledigt ihre Aufgaben voller Fleiß und Sorgfalt und es geht ihm gut bei Frau Holle.

Doch eines Tages überkommt sie das Heimweh und sie bittet Frau Holle, dass sie sie wieder nach Hause schicke.

Frau Holle versteht das Mädchen und da sie so fleißig gewesen ist, erhält sie von Frau Holle eine Belohnung.  Als das Mädchen unter einem großen Tor steht, fällt ein gewaltiger Goldregen auf sie hinab, sodass sie über und über von Gold bedeckt ist.

Als sich das Tor schließt, befindet sich das Mädchen wieder in ihrer Welt, nicht weit von ihrem Haus entfernt. Und als sie in den Hof kommt, ruft der Hahn: „Kikeriki, kikeriki, unsere goldene Jungfrau ist wieder hie!“

Das Mädchen geht ins Haus und als die Mutter und die Schwester sehen, dass sie vollkommen mit Gold bedeckt ist, sind sie freundlich und nett zu ihr. Das Mädchen erzählt daraufhin, wie sie zu dem Reichtum gekommen sei. Als die Mutter das hört, möchte sie, dass auch ihre andere Tochter so reich belohnt wird. Die hässliche und faule Tochter muss sich daher ebenfalls an den Brunnen setzen und spinnen. Damit die Spule auch blutig ist, bevor sie sie in den Brunnen werfen wird, sticht sie sich mit der Spule in den Finger. Dann springt sie ebenfalls in den Brunnen und landet auf derselben schönen Wiese wie zuvor ihre Schwester. Doch als sie zu dem Backofen kommt, holt sie das Brot nicht heraus, sondern gibt nur Widerworte. Genauso verhält sie sich, als sie auf das Apfelbäumchen trifft.

Schließlich gelangt sie zum Haus von Frau Holle. Da sie von ihrer Schwester erfahren hat, was sie erwarten würde, hat sie keine Angst und sagt Frau Holle den Dienst zu.

Zunächst hilft sie auch noch, doch dann siegt bei ihr die Faulheit und sie tut nichts mehr. Frau Holle entlässt die Schwester aus ihren Diensten und möchte sie wieder heimschicken. Die Schwester steht daraufhin ebenfalls unter dem großen Tor. Doch als das Tor aufgeht, prasselt kohlrabenschwarzes Pech auf sie herab.

Bei ihrem Haus angekommen, ruft der Hahn: „Kikeriki, kikeriki, unsere schmutzige Jungfrau ist wieder hie!“

Und das Pech blieb, solange sie lebte, an ihr haften.

Das Märchen von Frau Holle ist daher auch als das Märchen von Goldmarie und Pechmarie bekannt.

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